ABA (Applied Behavior Analysis)

(dt. Angewandte Verhaltensanalyse)

Applied Behavior Analysis (ABA) wird im deutschen meist mit dem Begriff Angewandte Verhaltensanalyse übersetzt. Zunächst möchte ich mit einer wissenschaftlichen Definition beginnen:

 

ABA ist eine Wissenschaft, in der von den Verhaltensprinzipien abgeleitete Methoden systematisch eingesetzt werden, um gesellschaftlich wichtige Verhaltensweisen zu verbessern. Hierbei wird darauf geachtet, dass wissenschaftliche Methoden genutzt werden um, für Verhaltensveränderungen verantworliche Variablen zu identifizieren.

 

Ein wichtiges Ziel der angewandten Verhaltensanalyse ist es, eine bedeutende Verbesserung in wichtigen Verhaltensweisen zu erreichen und die beeinflussenden Faktoren zu analysieren. ABA schaut auf mehr als 50 Jahre wissenschaftliche Forschung zurück und wird weiterhin durch regelmäßige Studien erweitert. ABA geht auf den Behaviorismus und B.F. Skinners (amerikanischer Psychologe und Behaviorist) Untersuchungen zurück. Im universitären Bereich wird ABA weltweit in vielen Ländern als eigenständiges Studium angeboten und auch in Deutschland ist nun der erste Studiengang durch das IFKV Bad Dürkheim gestartet worden. 

 

In den verschiedensten professionellen Arbeitsfeldern kommt ABA zum Einsatz, wird aber vor allem auch immer wieder als eine sehr effektive Fördermethode bei Kindern mit Autismus angeführt. In vielen Ländern ist ABA der am weitesten verbreitete Förderansatz für Kinder mit Autismus. Man geht davon aus, dass Kinder mit Autismus häufig Schwierigkeiten haben so aus ihrer Umwelt zu lernen, wie es die anderen typisch entwickelten Kinder tagtäglich machen, dass sie aber dennoch mit dem richtigen Unterricht bedeutende Lernfortschritte erzielen können. 

 

Diese verhaltensanalytisch basierte Intervention bei Autismus konzentriert sich darauf kleine und messbare Verhaltenweisen schrittweise zu unterrichten. So werden komplexe und für die Kinder teilweise nur schwer erlernbare Verhaltensweisen, in viele kleine Schritte zerlegt, die so Stück für Stück beigebracht werden können. Auf diese Weise können die verschiedensten Fähigkeitsbereiche wie soziale oder kommunikative Fähigkeiten von den Kindern erlernt werden. 

 

Zu Beginn der Förderung findet der Unterricht meist in 1:1-Situationen statt, mit dem Ziel, dass die Kinder später immer mehr aus natürlichen Situationen und dem Alltag lernen können. Beim Unterrichten von neuen Fähigkeiten kommen zunächst Hilfestellungen zum Einsatz, damit das Kind die Aufgabe erfolgreich bewältigen kann, diese werden aber sobald wie möglich wieder herausgenommen werden.

 

Verstärkende Konsequenzen kommen zum Einsatz um Verhaltensweisen und neu erlernte Fähigkeiten weiter zu stärken. Verstärkende Konsequenzen sehen sehr vielfältig aus und sind immer von dem jeweiligen Kind abhängig. Hierbei können verschiedene Gegenstände (Bälle, Autos, Bücher, Musik, Videos, Computer, etc.), Aktivitäten (Trampolin, schaukeln, kitzeln, toben, massieren, Fahrrad fahren, schwimmen, etc.) aber auch primäre Verstärker (bestimmte Snacks) einen verstärkenden Charakter haben. Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben ist es mögliche Verstärker für das Kind ausfindig zu machen.

 

Eines der wichtigsten Ziele der Förderung ist es, das Lernen für das Kind spaßig zu gestalten, so dass es selbst immer mehr Lust hat neue Dinge zu erlernen. Lernen kann und soll in den unterschiedlichsten Situationen stattfinden, so bieten sich Lernsituationen Zuhause im Kinderzimmer, in der Küche, im Bad, im Garten oder aber auch auf dem Spielplatz, im Supermarkt oder im Schwimmbad an (und dieses sind nur einige Beispiele). Alle Fähigkeiten sollen generalisiert werden, damit diese für das Kind funktional werden. Nur wenn das Kind sie in verschiedenen Situationen, mit verschiedenen Personen und Materialien wiederholt zeigen kann, kann es tatsächlich von dem Erlernten profitieren. 

 

Durch Verhaltensanalysen werden Variablen analysiert, welche häufig auftretende unangemessene Verhaltensweisen (z.B. aggressives Verhalten, Schreien, Wutanfälle, Weglaufen, etc.) aufrechterhalten. Das Ziel ist es hierbei die aktuell aufrechterhaltenden Konsequenzen zu verändern und dem Kind ein angemesseneres alternatives Verhalten beizubringen. Häufig hilft es hier bereits, wenn das Kind lernt seine Wünsche auf angemessene Art und Weise (z.B. durch Sprache, Gebärden oder Bildkarten) auszudrücken.  

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